„In Body Politics! – einer Mischung aus kulturwissenschaftlichem Essay, Interviewband und subkultureller Autobiografie – beschäftigt sich der Kultur- und Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger auf 240 farbig illustrierten Seiten mit elementaren Fragen: Sind wir unser Körper oder müssen wir ihn erst erobern? Was sagt der Körper über unsere Identität aus? Ist der Körper eine Leinwand, über die wir frei verfügen können? Der Band untersucht in Essays, Gesprächen und Bilddokumenten von Happenings und Ritualen, wie sich die „Body Politics“ seit den 1980er Jahren bis heute verändert haben. Stiglegger hat sich dafür auf eine Spurensuche begeben, um den Wandel der Körpertechniken über vier Jahrzehnte zu erforschen. – Filmemacherin Monika Treut – eine Pionierin des Queer Cinema – betont in ihrem persönlichen Vorwort die Nähe ihrer eigenen Arbeit zu Stigleggers Sexualitätserkundung. Die Methode des Bandes ist stets der Einstieg über das Persönliche, Selbstreflexive, um schließlich auf die Analyse der körperbezogenen Subkulturen zu kommen. Wie formierte sich die Queer Culture und was stellt sie heute dar? Warum ist das Hängen an Fleischerhaken eine spirituelle Erfahrung? Und was geschieht, wenn der Körper sich dem Willen nicht mehr fügen mag? – Als Herausgeber des inzwischen eingestellten Kulturmagazins :Ikonen: untersuchte Stiglegger bereits jene Grenzbereiche von Identität und Sexualität, die in Body Politics! im Fokus stehen. Zwei Texte stammen noch aus diesem Magazin, während die weiteren Gespräche sich unterschiedlichen Personen widmen, die in einem weiteren Sinne ‚queer aktiv’ sind. Auf diese Weise verdeutlicht das Buch kritisch die Veränderung, die der Begriff „queer“ seit den 1990er Jahren erfahren hat. Die Auswahl der Gesprächspartnerinnen und -partnern ist divers und ungewöhnlich: Vom Londoner Clubbetreiber David Wood („Torture Garden“) über Fotokünstler Helmut Wolech, die Körperkünstlerinnen und -künstler Louis Fleischauer, Luna Duran und Luisa Elster bis hin zur Wiener Kulturwissenschaftlerin Dr. Judith Schoßböck. Body Politics! ist ein Plädoyer für den Individualismus und einen weit gefassten und toleranten Queerbegriff.“
