Vortrag an der Universität Regensburg

Am 12.6.2026 war Marcus Stiglegger zu Gast bei Prof. Dr. Christoph Wagners Tagung zum Ausnahmekünstler Hermann Kleinknecht in der Kunstgeschichte der Universität Regensburg. Er sprach über den audiovisuellen Teil seines Werkes.

FREITAG, 12. JUNI 2026, 9.30-17.30 Uhr, VIELBERTHGEBÄUDE H26

Der in Oberfranken geborene Hermann Kleinknecht (1943–2024) zählt zu den vielseitigsten Künstlerpersönlichkeiten der deutschen Nachkriegskunst. Seit den frühen 1970er Jahren entwickelte er ein vielgestaltiges Œuvre, das Bauplastik, Großskulptur, Zeichnung, Malerei, Fotografie, Film und Musik gleichermaßen umfasst. Bekannt wurde Kleinknecht zunächst durch seine markanten plastischen Arbeiten im öffentlichen Raum, in denen geometrische Form, Material und architektonische Umgebung in ein spannungsreiches Verhältnis treten. Doch reicht sein künstlerisches Schaffen weit über die Skulptur hinaus und erschließt ein komplexes Werk, das zwischen Erinnerung, Raumwahrnehmung und medialer Grenzüberschreitung changiert.

Kleinknechts Lebensweg führte ihn von München über Haarlem, Paris und die Bretagne bis nach Berlin und in das Oderbruch. Diese Stationen prägten nicht nur seine künstlerische Sprache, sondern auch die kulturellen und intellektuellen Netzwerke, in denen sich sein Werk entwickelte. Die unterschiedlichen Arbeitsorte wurden dabei immer wieder zu Resonanzräumen seines Schaffens, in denen Fragen von Form, Material, Erinnerung und Raum auf neue Weise sichtbar wurden. Seine Arbeiten kreisen um das Verhältnis von Körper und Architektur, von Vergänglichkeit und Dauer, von individueller wie kollektiver Erinnerung – Themen, die sich in den Skulpturen ebenso manifestieren wie in Zeichnungen, Filmen oder musikalischen Kompositionen.

Mit dem Workshop und einer anschließenden Publikation soll erstmals eine umfassende wissenschaftliche Würdigung dieses außerordentlich facettenreichen Lebenswerks vorgelegt werden. Während frühere Ausstellungen und Publikationen meist einzelne Werkgruppen in den Blick nahmen – etwa die plastischen Arbeiten im öffentlichen Raum oder die zeichnerischen Serien –, steht nun erstmals die gesamte Breite von Kleinknechts künstlerischem Denken im Mittelpunkt. Ein interdisziplinäres Autorenteam wird die verschiedenen Werkphasen und Ausdrucksformen aus kunsthistorischer, filmwissenschaftlicher und musikwissenschaftlicher Perspektive untersuchen und Kleinknechts Arbeiten in größere kunst- und kulturgeschichtliche Zusammenhänge einordnen. Das geplante Buch versteht sich damit als eine Künstler-Monographie neuer Form, die erstmals die innere Verbindung der unterschiedlichen Medien sichtbar macht und Hermann Kleinknechts Werk in seiner ganzen Vielschichtigkeit erschließt.

Programm:

9.30 Begrüßung: Christoph Wagner (Universität Regensburg)

9.45 Das Leben von Hermann Kleinknecht (Marielle Mettmann, München)

10.15 Kleinknechts Großplastiken (Christoph Wagner, Regensburg)

10.45 Kaffeepause

11.00 Hermann Kleinknecht als Zeichner (Andreas Strobl, München)

11.30 Hermann Kleinknecht als Maler (Christoph Härtl, Regensburg)

12.00 Kleinknechts Filme (Marcus Stiglegger, Mainz)

12.30 Mittagspause

14.00 Hermann Kleinknecht als Komponist (Gregor Herzfeld, Regensburg)

14.30 Videoporträts: Hermann Kleinknecht und Kurt Benning (Paul Bräg, München)

15.00 Die Lichtinstallation von Hermann Kleinknecht für das Gelände der Hochflussneutronenquelle (Moritz Niefanger, Regensburg)

15.30 Kaffeepause

15.45 Hermann Kleinknecht als Theoretiker und Schriftsteller (Celina Berchtold, Regensburg) 

16.15 Hermann Kleinknecht und der Holocaust (Gerald Dagit, Regensburg)

16.45 Kleinknechts Sandbilder (Max Pinnau, Berlin)

17.00 Abschluss

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