Vortrag von Prof. Dr. Marcus Stiglegger und Live-Zeichnung des Comic-Künstlers Stefan Dinter, So. 25. Oktober, 18 Uhr
Moderation: Silke Arning
Der Zombie zählt zu den wirkmächtigsten Figuren der modernen Populärkultur – seine Ursprünge reichen jedoch weit über das Horrorkino hinaus. Der Vortrag zeichnet die Entwicklung des Zombie-Mythos von seinen Wurzeln im haitianischen Voodoo über die klassischen Hollywoodfilme bis hin zu George A. Romeros gesellschaftskritischen Meisterwerken und den gegenwärtigen Serien- und Filmproduktionen nach. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum der Zombie weit mehr ist als ein Monster: Als Metapher für Konsumgesellschaft, Krieg, Kolonialismus, Kapitalismus und soziale Krisen spiegelt er stets die Ängste und Konflikte seiner jeweiligen Entstehungszeit. Anhand prägnanter Filmbeispiele wird gezeigt, wie sich aus dem willenlosen Voodoo-Zombie die vielschichtige Figur des modernen Untoten entwickelte – und weshalb sie bis heute nichts von ihrer kulturellen und politischen Aktualität eingebüßt hat.
Der Abend wird visuell begleitet von Stefan Dinter, der parallel zum Vortrag ein Bild zeichnen wird. Dies wird gefilmt und live an die Wand projiziert. Dinter ist selbst Zombie-Experte und hat die legendäre Comic-Reihe Die Toten ins Leben gerufen. Im anschließenden Gespräch tauscht er sich mit Marcus Stiglegger aus.
Foto von Ronny Schoenebaum, im Auftrag des Dragon Days Festivals
Zombies: Vom Vodou-Mythos zur Gesellschaftsmetapher – Linden-Museum Stuttgart

