Münchner Feuilleton: Die Bildwelt des Holocaust im Film

Die Frage nach der Darstellbarkeit des Holocaust begleitet das Kino seit Jahrzehnten. Sie ist untrennbar mit der Debatte um die Grenzen der Fiktion verbunden. Claude Lanzmanns neunstündiger Dokumentarfilm »Shoah« (1985) gilt in diesem Zusammenhang als zentraler Bezugspunkt, denn er verzichtet auf die nachträgliche Rekonstruktion historischer Ereignisse und setzt stattdessen auf Aussagen von Überlebenden, Tätern und Zeugen sowie auf die Gegenwart der historischen Orte. Die Abwesenheit der Vernichtung im unmittelbar sichtbaren Bild wird dabei selbst zu einem Ausdruck ihrer Unfassbarkeit. Münchner Feuilleton · Nr. 167 · NOVEMBER 2026 · Seite 9

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